Samstag, 6. Mai 2017

Rezension: "Sturmhöhe" von Emily Brontë



Autor: Emily Brontë
Titel: Sturmhöhe
Originaltitel: Wuthering Heights
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 464
Preis: 9,90€
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Link zum Buch: dtv – Sturmhöhe


Um was geht es?

Eine leidenschaftliche Liebe, die im Leben keine Erfüllung und im Tod keine Ruhe findet.

Der Findling Heathcliff wächst bei Familie Earnshaw auf dem Gutshof Wuthering Heights in Yorkshire auf. Mit deren stürmischer und leidenschaftlicher Tochter Catherine verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Als der Stiefbruder nach dem Tod des Vaters dem Alkohol und der Spielsucht verfällt und beide terrorisiert, entschließt sich Catherine entgegen ihrer Gefühle, den reichen und angesehenen Nachbarn Edgar Linton zu ehelichen. Der schwer gekränkte Heathcliff schwört, sich daraufhin an beiden Familien zu rächen...

Meine Meinung:


Ich schätze, den Namen „Brontë“ hat so ziemlich jeder, der gerne liest (oder einfach zur Schule gegangen ist und zugehört hat) schon mal gehört. Nachdem ich von meinem letzten Klassiker, nämlich „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, doch etwas enttäuscht war, wollte ich es diesmal mit einem Roman der Schwestern versuchen. Also suchte ich mir das viel erwähnte Buch „Sturmhöhe“ heraus. Heathcliff und Catherine. Das war mir ein Begriff. Auch, dass beide heiraten, ohne den zu heiraten, den sie wirklich wollten. Aber ich wusste wirklich nur grob, um was es geht.

Als die Geschichte dann begann, war ich etwas verwirrt, weil sie von jemandem erzählt wurde, von dem ich noch nie gehört hatte. Mir war lange Zeit nicht klar, in welchem Zusammenhang er überhaupt mit dem Roman steht. Als ich das aber dann irgendwann verstanden habe und die ganze Geschichte im weiteren Verlauf von Catherines Haushälterin erzählt wurde, fand ich wirklich Gefallen an dem Buch. Es war für mich der zweite (freiwillig) gelesene Klassiker und er hat mir wesentlich besser gefallen als der erste. Mitunter, weil er mir leichter von der Hand ging und mir die Erzählperspektive gefallen hat. Außerdem war Ellen Dean, genannt Nelly, die die Haushälterin war, so ziemlich die einzige wirklich sympathische Figur. Klar, irgendwo war sie eine Tratschtante, aber sie hatte etwas Liebenswürdiges an sich.

Dafür fand ich Catherine, egal welche von beiden, ganz schlimm. Sehr ich-bezogene, zickige Frauen. Heathcliff hingegen ist ein sehr jähzorniger Mann. Nachdem er nicht bekommen hat, was er wollte, macht er jedem, der auch nur annähernd in Verbindung damit steht, das Leben zur Hölle. Er ist ein Tyrann. Er behandelt seine Mitbewohner und sein eigenes Kind wie Geiseln. Er verprügelt jeden, der ihm in den Weg kommt, egal ob Mann oder Frau. Ich konnte nicht wirklich Gefallen an den Personen im Buch finden. Was nicht heißt, dass ich die Beweggründe nicht irgendwo nachvollziehen konnte. Heathcliff ist nämlich eigentlich, wenn man es genau betrachtet, kein schlechter Mann. Er ist zutiefst verletzt und einsam. Was natürlich noch lange keine seiner Ausschreitungen rechtfertigt, sie aber dem Leser verständlicher macht.

Bei diesem Buch muss man sich wirklich absolut in die Personen hineinfühlen können, weil ich finde, dass man sonst die komplette Geschichte voller Hass liest. Sympathien konnte ich zwar keine entwickeln, dennoch war mir die Tiefe seines Schmerzes und auch Catherines Schmerzes durchaus bewusst. Ein bisschen verrückt und fantasievoll war der Roman aber schon.

Trotzdem denke ich, dass ich hier wesentlich besser nachvollziehen kann, warum das Buch so beliebt ist, als bei „Stolz und Vorurteil“. Dort wird es mir vermutlich immer ein Rätsel bleiben. Ich werde aber anderen Büchern von Jane Austen gerne nochmal eine Chance geben, aber erst mal werde ich eine Weile in meiner Zeit bleiben, bevor ich mich wieder an einen Klassiker mache.

Eure Lisa




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